Asana als meditative Sitzhaltung im klassischen Yoga
ein Beitrag von Hans Deutzmann
Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie über die Bedeutung der Asanas im traditionellen Yoga.
Hier geht es zur Übersicht:
Asana wird im traditionellen Yoga in erster Linie als meditative Sitzhaltung verstanden. Unter Asanas versteht man im klassischen Sinne eine bestimmte Anordnung des Körpers – insbesondere von Händen und Beinen – die es ermöglicht, den Körper stabil und ruhig auszurichten.
Dabei entsteht ein Gleichgewicht zwischen verschiedenen Bereichen des Körpers:
• Becken
• Bauch
• Rücken
• Nacken
• Kopf
• Schultern
Diese Balance bildet die Grundlage für eine stabile meditative Haltung. Weitere Beiträge zur Praxis der Körperhaltungen finden Sie auch in der Kategorie Asanas und Vinyasas.
Das klassische Verständnis von Asana
Im klassischen Yoga bedeutet Asana vor allem einen Zustand, in dem der Übende über längere Zeit in ruhiger Sammlung verweilen kann.
Asana bedeutet daher:
• einen Zustand, in dem man sich der Betrachtung Brahmans oder des Selbst hingeben kann
• sich fest in der eigenen ursprünglichen Natur einzurichten
• einen mühelosen und leichten Zustand, der diese Sammlung ermöglicht
Asanas führen zu einer Ruhe und Bewegungslosigkeit des Körpers, die auch als Ekagrata bezeichnet wird – die Sammlung oder Einspitzigkeit des Geistes.
Dieses Verständnis steht im Gegensatz zu den nahezu unendlichen Bewegungsmöglichkeiten des Körpers. Das grundlegende Prinzip von Asana lautet daher Stabilität auf verschiedenen Ebenen. Alles, was diese Stabilität stört, erschwert die Sammlung.
Die Funktion von Asana in der Yogapraxis
Traditionell beginnt Yogapraxis mit einer meditativen Sitzhaltung. Sie dient dazu, sich zunächst zu sammeln und den größtmöglichen Nutzen aus der gesamten Praxis zu ziehen.
Im klassischen Verständnis sind Asanas daher:
• ein statisches Konzept
• keine Bewegungsabfolge
• Ausdruck relativer Ruhe und Bewegungslosigkeit von Körper, Atem und Geist
Der Körper kommt zur Ruhe, der Atem wird gleichmäßig und ruhig, und auch die Gedanken beruhigen sich. Weitere Hintergründe zu Yoga als Methode der Gesundheitsförderung finden Sie auch in der Kategorie Gesundheit und Anwendung.
Sukhasana und die Stabilität des Geistes
Der Zustand, in dem der Mensch im Einklang mit seiner ursprünglichen Natur verweilt, wird häufig mit dem Begriff Sukhasana verbunden.
Asanayaya bezeichnet in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, über längere Zeit – traditionell wird von bis zu drei Stunden gesprochen – stabil in einer Haltung zu verweilen.
Die Ruhe des Körpers und die Sammlung des Geistes bilden auch die Grundlage für Entspannung und Meditation, über die Sie weitere Artikel in der Kategorie Entspannung und Meditation finden.
Fazit
Im traditionellen Verständnis bezeichnet Asana weniger eine Vielzahl körperlicher Übungen als vielmehr einen yogischen Prozess.
Dieser Prozess beginnt auf der körperlichen Ebene:
• mit der Anordnung von Händen und Füßen
• setzt sich fort in der mühelosen Aufrichtung der Wirbelsäule
• und endet in einer stabilen Ruhe von Körper und Geist.
In diesem Sinne beschreibt Asana letztlich die Praxis der Meditation selbst.
Weitere Hintergrundartikel zur Theorie und Methodik des Yoga finden Sie auch in der Kategorie Tripada Methode.
Artikelserie: Die Bedeutung der Asanas im Yoga




