Frontalunterricht oder aktives Lernen?

METHODIK UND DIDAKTIK

Methodisch und didaktisch war meine eigene Ausbildung (bei der GGF) äusserst einseitig. Die vorherrschende Methode war der monologisierende Vortrag, so dass wir mit 27 Personen von Freitag bis Sonntag zumeist passiv zuhörend herumsassen, bis der Rücken schmerzte und man völlig zugeschüttet war.  Das Rumsitzen und Zuhören wurde nur von gelegentlicher Praxis unterbrochen. Die Seminare wurden so ermüdend und anstrengend.Bis auf gelegentliche Fragerunden gab es keine dialogischen Elemente. So konnten  Inhalte widerspruchslos an den Mann oder die Frau gebracht werden. Es gab sonst keine aktive Beteiligung der Teilnehmer. Diese Form des passiven Frontalunterrichtes ist didaktisches Mittelalter,

Verbesserung:

In der Tripada Akademie wird demgegenüber nicht nur das Prinzip des aktiven Lernens angewendet, sondern auch das eigenständige und kritische Denken gefördert. Deshalb kommt eine methodische Vielfalt zum Tragen, die Referate, Kleingruppenarbeit, philosophische Cafes, vielerlei unterrichtspraktische Übungen, Feedbacks, Brainstorming und andere Elemente einsetzt. Die Seminare sind so abwechslungsreich, anregend, aktiv mitgestaltet und nutzen alle Sinne zum Lernen.
Am Ende eines Seminares ist man nicht erschöpft, sondern in einer guten Verfassung, ähnlich wie nach einer Yogapraxis. Manchmal ist es aber auch etwas anstrengend. Wichtig ist hier aber das aktive Lernen, welches wesentlich wirksamer ist als passive Lernformen. Was man sich selber erarbeitet hat, behält man auch.

Der atmende Gott  oder der prügelnde Yoga – Meister?

Der atmende Gott oder der prügelnde Yoga – Meister?

B.K.S. Iyengar

B.K.S. Iyengar (Photo credit: Wikipedia)

Atmender Gott?

Nachdem ich der Premiere des Dokumentar -Films von Jan Schmidt Garre  in Düsseldorf vor einiger Zeit nicht beiwohnen konnte – die Vorstellungen waren ausverkauft –  habe ich mir den Film als DVD gekauft und in Ruhe zu Hause angeschaut. Heute möchte ich ein paar Eindrücke zu dem Film wiedergeben.

An wen könnte sich der Film richten?

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Meine Ausbildung in der GGF 1994 bis 1998

Meine Yogalehrerausbildung bei der GGF (Gesellschaft für geisteswissenschaftliche Fortbildung) unter Leitung von Leopoldo Chariarse in Düsseldorf war in den Jahren 1994 bis 1998. Es gab damals nur 2 Schulen in der weiteren Umgebung. Die Ausbildung war im Ganzen recht gut, was vor allem auch an der Anbindung der GGF an das Kaivalyadhama Institut in Lonavla, der Länge der Ausbildung und einer gewissen Vielfalt der Dozenten lag.

Die Ausbildung hatte trotz ihrer relativen Qualität aber auch sehr viele Mankos und Defizite – das bedeutet, man kann das in vielen Punkten sehr viel besser machen. ZU den Schwächen der Ausbildung werde ich noch weiter Stellung nehmen und erläutern, was bei uns anders und besser gemacht wird.

Bis heute ist das Kaivalyadama Institut meines Wissens die einzige Yoga Institution in Indien, die die Yogaübungen konsequent an die Möglichkeiten des modernen Menschen angepasst hat. Die dort vermittelten Praktiken sind sehr viel moderater, als man das in den „Martial Arts“ des Ashtanga Yoga und letztlich in den meisten alten Yogabüchern findet. Trotzdem sind auch diese Übungen zum Teil schon veraltet und so nicht mehr umsetzbar. Ob Sivananda mit der Rishikesh Reihe, Iyengar (siehe „Licht auf Yoga“) oder Krischnamacharyas „Live Saving Session“ – alle haben sich im Grunde des gleichen Übungspools bedient. Diese klassischen Übungen gehen an den Möglichkeiten der meisten heutigen Yogaübungen leider sehr weit vorbei und verbieten sich in der Gesundheitsförderung.

Neben der moderaten Modifikation der Übungspraxis an die Bedürfnisse des „average man of health“ ist ein klarer und strenger Bezug auf die Yogatradition gegeben, welche mit einer wissenschaftlichen modernen Fundierung zusammenging. Dieses Niveau ist selten, eigentlich fast nirgendwo, zu finden. In der GGF hat dies Dr. Gharote repräsentiert mit seinem klaren Rekurs auf die Yogatradition und seinem ebenso klaren wissenschaftlichen Denken. Ingrid Kohlhöfer hatte im Kaivalya Institut gelernt und stand für sauberes Handwerk, mit das Wichtigste für einen Yogalehrer. Dr. Gharote ist als „Spiritus Mentor“ in der Ausbildung der Tripada Akademie stets präsent.

Die Mängel von damals wollen wir nicht fortsetzen, sondern es besser machen, die guten Sachen übernehmen.