Psychosomatische  Wirkungen der Asana Praxis

von | Asanas und Vinyasas

Meditation im Tripada Yoga - die Lotusblüte als Symbol

Haltung, Körperwahrnehmung und Nervensystem

Yoga wirkt nicht nur über Bewegung. Die Praxis beeinflusst den gesamten Menschen – Körper, Psyche und Nervensystem. Besonders deutlich wird dies in der Praxis der Asanas, der klassischen Yogaübungen.

Im Folgenden werden einige zentrale psychosomatische Wirkungen der Asana-Praxis beschrieben.


Asana im ursprünglichen Sinn

In den klassischen Yogatexten bezeichnet der Begriff Asana ursprünglich eine Sitzhaltung für die Meditation. Das Wort leitet sich vom Sanskrit „as“ ab und bedeutet „sitzen“.

Ziel dieser Praxis war es, eine stabile und gleichzeitig entspannte Sitzhaltung einzunehmen, die längere Meditation ermöglicht. Dafür ist eine gut entwickelte Muskulatur der Wirbelsäule notwendig. Um diese zu stärken, wird die Wirbelsäule in verschiedene Richtungen bewegt – nach vorne, nach hinten und zu den Seiten.

Im Laufe der Zeit entstanden immer mehr Yogaübungen. Während klassische Texte nur einige wenige Haltungen beschreiben, finden sich in modernen Yogaschriften deutlich mehr Asanas.

Der indische Yogaforscher Gharote beschreibt Yoga als einen Prozess der Integration der Persönlichkeit. Körperliche, mentale und emotionale Aspekte stehen dabei in enger Wechselwirkung miteinander.

Alle Methoden des Yoga – auch die Asanas – dienen diesem Ziel.

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Psychosomatik – Verbindung von Körper und Psyche

Die Psychosomatik beschreibt den Zusammenhang zwischen körperlichen Prozessen und psychischen Zuständen.

Emotionen, Stress oder innere Konflikte können sich im Körper ausdrücken, zum Beispiel in

  • Körperhaltung

  • Atmung

  • Muskelspannung

  • Bewegungsmustern.

Viele Menschen entwickeln typische körperliche Spannungsmuster, die mit bestimmten emotionalen Zuständen verbunden sind.

Yoga nutzt den Körper deshalb bewusst als Zugang zur psychischen Regulation.


Wirkung der Asana-Praxis auf die Körperhaltung

Körperhaltung und emotionale Zustände stehen in engem Zusammenhang.

Ein trauriger Mensch lässt oft Schultern und Kopf sinken, während Freude oder Selbstvertrauen meist mit einer aufrechten Haltung verbunden sind.

Auch Schauspieler nutzen gezielt Körperhaltung und Tonus, um bestimmte Emotionen darzustellen.

Ähnlich wirkt die Praxis der Asanas. Viele Haltungen können bestimmte innere Zustände ansprechen:

  • Vorbeugen fördern Ruhe und Sammlung

  • aufrichtende Haltungen stärken Energie und Selbstvertrauen

  • Sitzhaltungen unterstützen Stabilität und Gelassenheit.

Das klassische Yogasutra beschreibt die Qualität einer Haltung mit den Worten:

„Sthira Sukham Asanam“ – eine Haltung soll stabil und angenehm sein.


Wirkung auf die Körperwahrnehmung

Während der Asana-Praxis richtet sich die Aufmerksamkeit bewusst nach innen. Der Übende beobachtet Muskelspannung, Dehnung, Gleichgewicht und Atembewegungen.

Dabei werden zahlreiche Sinnesrezeptoren aktiviert, zum Beispiel in

  • Muskeln

  • Gelenken

  • Bändern

  • Haut

  • inneren Organen.

Diese Form der Wahrnehmung wird Propriozeption genannt.

Durch diese intensive Wahrnehmung des eigenen Körpers kann sich das Körperbewusstsein vertiefen. Gleichzeitig kann dies zu einem besseren psychischen Gleichgewicht beitragen.


Wirkung auf den Muskeltonus

Der Muskeltonus beschreibt die Grundspannung der Muskulatur im Ruhezustand.

Auch wenn wir still sitzen, sind einzelne Muskelfasern aktiv. Diese Grundspannung wird durch das Nervensystem reguliert und steht in enger Verbindung zu emotionalen Zuständen.

Chronische Muskelverspannungen können Beschwerden verursachen, etwa

  • Rücken- und Nackenschmerzen

  • Spannungskopfschmerzen.

Asanas können hier regulierend wirken:

  • erhöhte Muskelspannung wird reduziert

  • zu geringe Muskelspannung wird aktiviert.

Das Ziel ist eine ausgeglichene muskuläre Spannung – eine sogenannte Eutonie (Wohlspannung).

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Wirkung auf das Atemsystem

Die Atmung ist eine grundlegende Funktion des Lebens. Sie ermöglicht unter anderem

  • die Aufnahme von Sauerstoff

  • die Abgabe von Kohlendioxid

  • die Regulation des Säure-Basen-Haushalts.

Darüber hinaus ist die Atmung eng mit emotionalen Zuständen verbunden. Angst, Wut oder Aufregung verändern sofort das Atemmuster.

Asanas wirken positiv auf die Atmung durch

  • Dehnung der Atemmuskulatur

  • Verbesserung der Beweglichkeit des Brustkorbs

  • Aktivierung des Zwerchfells.

Dadurch kann sich ein ruhigerer und tieferer Atemrhythmus entwickeln.


Wirkung auf das Nervensystem

Besonders interessant sind die Wirkungen der Yogapraxis auf das vegetative Nervensystem.

Dieses steuert viele unbewusste Körperfunktionen, zum Beispiel

  • Herzfrequenz

  • Blutdruck

  • Atmung

  • Verdauung.

Regelmäßige Yogapraxis kann helfen, die Balance zwischen Stressreaktion und Regeneration zu verbessern.

Viele Menschen berichten über

  • mehr Gelassenheit

  • bessere Stressregulation

  • erhöhte emotionale Stabilität.

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Entspannung als Bestandteil der Praxis

Entspannung ist ein grundlegendes Element der Asana-Praxis.

Einige Yogaübungen dienen ausschließlich der Entspannung, zum Beispiel

  • Shavasana (Totenstellung)

  • Makarasana (Krokodilhaltung).

Auch während der aktiven Übungen wird immer wieder bewusst entspannt. Nach intensiveren Haltungen folgt häufig eine Phase des Nachspürens, in der die Wirkungen der Übung wahrgenommen werden können.

Entspannungsverfahren können nach vielen Untersuchungen

  • Stress reduzieren

  • Muskelverspannungen lösen

  • psychosomatische Beschwerden verringern.


Zusammenfassung

Die Asana-Praxis wirkt über den Körper auf psychische und vegetative Prozesse.

Zu den wichtigsten Wirkungen gehören:

  • Verbesserung der Körperhaltung

  • Vertiefung der Körperwahrnehmung

  • Regulation des Muskeltonus

  • Verbesserung der Atmung

  • Stabilisierung des vegetativen Nervensystems

  • Förderung von Entspannung und Gelassenheit.

Damit kann Yoga einen wichtigen Beitrag zur psychophysischen Balance und zur Gesundheitsförderung leisten.


Autor

Hans Deutzmann
Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga

Hans Deutzmann

Hans Deutzmann

Inhaber, Leiter und Gründer

Hans Deutzmann ist Begründer der Tripada® Methode und Leiter der Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga in Wuppertal.
Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Yoga, Gesundheitsförderung und Ausbildung von Yogalehrenden.

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