von Hans Deutzmann | Jan. 31, 2018 | Gesundheit und Anwendung
Tripada Yoga®- und Entspannungstechniken zum Einsatz in der Suchthilfe
eine Fortbildung des Lanschaftsverbandes Westfalen – Lippe

Grundkurs: „Der kleine Tripada-Yoga® Trainer“ zur praktischen Anwendung in der psychosozialen Praxis
von Hans Deutzmann

Fobi-Nr.: 18-20-40-10
Fortbildungsziele
Die Teilnehmenden lernen die wesentlichen Grundelemente des Tripada Yoga® kennen. Aufbauend auf die Selbsterfahrung und deren Reflektion lernen die Teilnehmer schrittweise, eine kleine Tripada Yoga® Übungsreihe anzuleiten. Ziel ist es, diese Methoden in die eigene Beratungsarbeit übertragen zu können. Die Teilnahme schließt mit einem Zertifikat ab.
Fortbildungsinhalte
- Einführung in die Grundsätze, Ziele und Methoden des Tripada Yoga®als eigenständige Methode der Gesundheitsförderung (auch in der Sozialen Arbeit)
- Kennenlernen einer Übungsreihe in einer sinnvollen Choreografie
- Einübung der Anleitung der erlernten Übungsreihe
- Einsatz von Feedbackethoden
- Erlernen kurzer Meditationen
- Erlernen einer Methode der Tiefenentspannung
- Grundlagen der Stressreaktion
- Einsatzmöglichkeiten im Arbeitsalltag / in der Suchthilfe
Hintergrund
Tripada Yoga® ist eine eigenständige Methode der Gesundheitsförderung. Entwickelt von Hans Deutzmann basiert sie auf dem traditionellen und zeitgenössischen Yoga und den
Gesundheitswissenschaften. Die Stresstheorie, das Stress-Coping Modell sowie die Salutogenese und die Mind-Body-Medizin sind mit dem Tripada
Yoga® eng verbunden. Es grenzt sich von der Esoterik ab und verfolgt klare gesundheitliche Ziele. Betont werden vor allem eine Vereinfachung der
Yogapraktiken und eine Anpassung der Konzepte an die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen. Die Praxis umfasst sanfte Körperarbeit, un-
komplizierte Atemübungen, Meditation und Tiefenentspannung. Es gibt einheitliche Curricula und Anleitungen, die leicht zu erlernen sind.

Plakat A 1 Tripada Yoga Basic
„Stabil, leicht und angenehm“ ist ein physisches Haltungsmuster, welches auf der körperlichen Ebene eingeübt wird und sich dann auf der
emotionalen und psychischen Ebene fortsetzt. Deshalb ist Tripada Yoga®eine psychophysische Praxis. Eutonie, die muskuläre Wohlspannung
bedeutet Spannungs- und Stressabbau, Ausgleich von Emotionen und Affekten. Das Zur Ruhe Kommen der Bewegungen des Geistes kann in
der Yogapraxis erfahren werden und führt über das wiederholte Erlebnis innerer Ruhe zu einer Stabilisierung und langfristig zu einer Erhöhung
der Resilienz. Durch die regelmäßige Anwendung verbessern sich de Rücken- und Nackenstatus und spannungsbedingte Beschwerden können
abgebaut werden. Körperwahrnehmung und Körperhaltung verbessern sich und damit das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Im Einsatz in
der Suchthilfe ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten, um antrainierte und krankheitsbedingte Verhaltens- und Konsummuster zu
verändern und positiv besetzte Alternativhandlungen zu erlernen. Oftmals besteht erst in der Entspannung die Möglichkeit, den „Autopiloten“ zu
stoppen und eine Aufnahmefähigkeit für die gegenwärtige Situation und eine Konzentration auf Beratungsinhalte entstehen zu lassen.
Zielgruppe
Fachkräfte der ambulanten und stationären Suchthilfe, Fachkräfte sozialer Dienste und Einrichtungen, die suchtkranke Menschen beraten und
betreuen.
Referenten
Hans Deutzmann und Josch Krause
Tripada Yoga ist eine eingetragene Marke und wurde aus 20 Jahren Erfahrung von dem Dipl. Sozialarbeiter und Sozialwissenschaftler Hans Deutzmann entwickelt.
Es löst sich ganz von der hinduistisch- esoterischen Yogarezeption und stellt die Methoden des Yoga konsequent in den Dienst der Gesundheitsförderung.
Mit dem Buch „Yoga als Gesundheitsförderung“ hat Hans Deutzmann bereits ein Buch vorgelegt, das den Einsatz des Yoga in der sozialen Arbeit thematisierte.

Hans Deutzmann

von Hans Deutzmann | Jan. 1, 2018 | Asanas und Vinyasas
Haltung, Körperwahrnehmung und Nervensystem
Yoga wirkt nicht nur über Bewegung. Die Praxis beeinflusst den gesamten Menschen – Körper, Psyche und Nervensystem. Besonders deutlich wird dies in der Praxis der Asanas, der klassischen Yogaübungen.
Im Folgenden werden einige zentrale psychosomatische Wirkungen der Asana-Praxis beschrieben.
Asana im ursprünglichen Sinn
In den klassischen Yogatexten bezeichnet der Begriff Asana ursprünglich eine Sitzhaltung für die Meditation. Das Wort leitet sich vom Sanskrit „as“ ab und bedeutet „sitzen“.
Ziel dieser Praxis war es, eine stabile und gleichzeitig entspannte Sitzhaltung einzunehmen, die längere Meditation ermöglicht. Dafür ist eine gut entwickelte Muskulatur der Wirbelsäule notwendig. Um diese zu stärken, wird die Wirbelsäule in verschiedene Richtungen bewegt – nach vorne, nach hinten und zu den Seiten.
Im Laufe der Zeit entstanden immer mehr Yogaübungen. Während klassische Texte nur einige wenige Haltungen beschreiben, finden sich in modernen Yogaschriften deutlich mehr Asanas.
Der indische Yogaforscher Gharote beschreibt Yoga als einen Prozess der Integration der Persönlichkeit. Körperliche, mentale und emotionale Aspekte stehen dabei in enger Wechselwirkung miteinander.
Alle Methoden des Yoga – auch die Asanas – dienen diesem Ziel.
Mehr zur Methode finden Sie hier:
👉 https://tripada.de
Psychosomatik – Verbindung von Körper und Psyche
Die Psychosomatik beschreibt den Zusammenhang zwischen körperlichen Prozessen und psychischen Zuständen.
Emotionen, Stress oder innere Konflikte können sich im Körper ausdrücken, zum Beispiel in
-
Körperhaltung
-
Atmung
-
Muskelspannung
-
Bewegungsmustern.
Viele Menschen entwickeln typische körperliche Spannungsmuster, die mit bestimmten emotionalen Zuständen verbunden sind.
Yoga nutzt den Körper deshalb bewusst als Zugang zur psychischen Regulation.
Wirkung der Asana-Praxis auf die Körperhaltung
Körperhaltung und emotionale Zustände stehen in engem Zusammenhang.
Ein trauriger Mensch lässt oft Schultern und Kopf sinken, während Freude oder Selbstvertrauen meist mit einer aufrechten Haltung verbunden sind.
Auch Schauspieler nutzen gezielt Körperhaltung und Tonus, um bestimmte Emotionen darzustellen.
Ähnlich wirkt die Praxis der Asanas. Viele Haltungen können bestimmte innere Zustände ansprechen:
-
Vorbeugen fördern Ruhe und Sammlung
-
aufrichtende Haltungen stärken Energie und Selbstvertrauen
-
Sitzhaltungen unterstützen Stabilität und Gelassenheit.
Das klassische Yogasutra beschreibt die Qualität einer Haltung mit den Worten:
„Sthira Sukham Asanam“ – eine Haltung soll stabil und angenehm sein.
Wirkung auf die Körperwahrnehmung
Während der Asana-Praxis richtet sich die Aufmerksamkeit bewusst nach innen. Der Übende beobachtet Muskelspannung, Dehnung, Gleichgewicht und Atembewegungen.
Dabei werden zahlreiche Sinnesrezeptoren aktiviert, zum Beispiel in
-
Muskeln
-
Gelenken
-
Bändern
-
Haut
-
inneren Organen.
Diese Form der Wahrnehmung wird Propriozeption genannt.
Durch diese intensive Wahrnehmung des eigenen Körpers kann sich das Körperbewusstsein vertiefen. Gleichzeitig kann dies zu einem besseren psychischen Gleichgewicht beitragen.
Wirkung auf den Muskeltonus
Der Muskeltonus beschreibt die Grundspannung der Muskulatur im Ruhezustand.
Auch wenn wir still sitzen, sind einzelne Muskelfasern aktiv. Diese Grundspannung wird durch das Nervensystem reguliert und steht in enger Verbindung zu emotionalen Zuständen.
Chronische Muskelverspannungen können Beschwerden verursachen, etwa
Asanas können hier regulierend wirken:
Das Ziel ist eine ausgeglichene muskuläre Spannung – eine sogenannte Eutonie (Wohlspannung).
Wenn Sie Yoga zur Verbesserung der Rückengesundheit praktizieren möchten, finden Sie hier Informationen zu unseren Kursen:
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Wirkung auf das Atemsystem
Die Atmung ist eine grundlegende Funktion des Lebens. Sie ermöglicht unter anderem
-
die Aufnahme von Sauerstoff
-
die Abgabe von Kohlendioxid
-
die Regulation des Säure-Basen-Haushalts.
Darüber hinaus ist die Atmung eng mit emotionalen Zuständen verbunden. Angst, Wut oder Aufregung verändern sofort das Atemmuster.
Asanas wirken positiv auf die Atmung durch
-
Dehnung der Atemmuskulatur
-
Verbesserung der Beweglichkeit des Brustkorbs
-
Aktivierung des Zwerchfells.
Dadurch kann sich ein ruhigerer und tieferer Atemrhythmus entwickeln.
Wirkung auf das Nervensystem
Besonders interessant sind die Wirkungen der Yogapraxis auf das vegetative Nervensystem.
Dieses steuert viele unbewusste Körperfunktionen, zum Beispiel
-
Herzfrequenz
-
Blutdruck
-
Atmung
-
Verdauung.
Regelmäßige Yogapraxis kann helfen, die Balance zwischen Stressreaktion und Regeneration zu verbessern.
Viele Menschen berichten über
Wenn Sie Yoga intensiver lernen möchten, können Sie sich auch über unsere Yogalehrerausbildung informieren:
👉 https://tripada-yogalehrerausbildung.de
Entspannung als Bestandteil der Praxis
Entspannung ist ein grundlegendes Element der Asana-Praxis.
Einige Yogaübungen dienen ausschließlich der Entspannung, zum Beispiel
Auch während der aktiven Übungen wird immer wieder bewusst entspannt. Nach intensiveren Haltungen folgt häufig eine Phase des Nachspürens, in der die Wirkungen der Übung wahrgenommen werden können.
Entspannungsverfahren können nach vielen Untersuchungen
Zusammenfassung
Die Asana-Praxis wirkt über den Körper auf psychische und vegetative Prozesse.
Zu den wichtigsten Wirkungen gehören:
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Verbesserung der Körperhaltung
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Vertiefung der Körperwahrnehmung
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Regulation des Muskeltonus
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Verbesserung der Atmung
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Stabilisierung des vegetativen Nervensystems
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Förderung von Entspannung und Gelassenheit.
Damit kann Yoga einen wichtigen Beitrag zur psychophysischen Balance und zur Gesundheitsförderung leisten.
Autor
Hans Deutzmann
Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga